Max Bruch / Johann von Goethe: Scherz, List und Rache

Erlesene Oper e.V.
Max Bruch / Johann von Goethe: Scherz, List und Rache

Als einer der wenigen Amateurtheater-Vereine hat die "Erlesene Oper e.V". unter der Leitung von Georg Hermansdorfer bereits in diesem Herbst Corona die Stirn geboten und sogar eine Oper in Angriff genommen. Nachdem die im Frühjahr einstudierte fast dreistündige Oper „Dem Schelm die Hälfte“ mit ca. 100 Mitwirkenden und monatelangen Proben coronabedingt nur einmal aufgeführt werden konnte, hat man sich nun etwas einfallen lassen und die Reihe „Oper am Klavier“ ins Leben gerufen. Hier werden kleinere Werke szenisch in kammermusikalischem Rahmen aufgeführt. Es gibt viele Stücke, die nur noch als Klavierauszug erhalten sind oder vom Komponisten nicht instrumentalisiert wurden. Diese vergessenen Perlen will der Verein mit kleinem Aufwand, im Stil des Straßentheaters, auf kleinen Bühnen, z.B. in kleinen Schlosssälen, schönen Innenhöfen oder Volkshochschulen, wieder lebendig werden lassen. Auch als besonderes Event für Feiern bietet sie der Verein an.

Nun also das Singspiel „Scherz, List und Rache“, eine komische Oper in einem Aufzug, komponiert von Max Bruch, mit dem Libretto von Johann Wolfgang von Goethe. Drei Solisten, Sieglinde Zehetbauer, Sopran, als Scarpine, Bernhard Teufl, Tenor, als Scarpin und Andreas Agler, Bariton, als Doktor und Gereon Kleiner als Pianist zeigen das Spiel um einen geizigen und skrupellosen Doktor, der das Ehepaar Scarpine und Scarpin um ihr Erbe betrog, indem er ihre reiche Erbtante gedrängt hat, ihr Testament zu seinen Gunsten zu ändern. Das Ehepaar ersinnt nun eine List, um dem Doktor das Erbe wieder abzunehmen. Natürlich gelingt es ihnen am Schluss. Das Ensemble bewerkstelligte die Aufführung mit einem strengen, genehmigten Hygienekonzept und zeigte damit, dass auch in Coronazeiten Theater und sogar Oper möglich sind.

Wir als Zuschauer genossen die lustige Geschichte (sehr komisch Andreas Agler, als Doktor), die wunderschönen Stimmen, die tollen Regieeinfälle (wo z.B. eine Umarmung nötig gewesen wäre, wurde das mit dem Schild ¨“Zahlreiche Zärtlichkeiten“ angezeigt) und die Musik von Max Bruch, hervorragend dargeboten von Gereon Kleiner. Bravo-Rufe und viele Vorhänge (auch ohne Vorhang) am Schluss von einem begeisterten Publikum.

Weitere Aufführungen:

Donnerstag, 15. Okt. 20, um 19.30 Uhr Klosterkirche Traunstein

Donnerstag, 12.Nov. 20, um 19.30 Uhr Waldkraiburg Haus der Kultur 

Sonntag, 22. Nov. 20, um 16.00 Uhr Hefter-Saal Grassau

Sowie zahlreiche Aufführungen an diversen Orten in 2021

www.erlesene-oper.de

Inge Kuhn, Medienreferentin Oberbayern